Freitag, 5. Mai 2017

Sapa: 4 seasons a day


Sa Pa hieß das Ziel des letzten Wochenendes. Sa Pa ist ein kleiner Bergort nahe der chinesischen Grenze, der mittlerweile ähnlich seinen schweizerischen Pendants von Hotels, Restaurants und Ausrüstungsshops dominiert wird und sich darüber hinaus durch eine kulturelle Vielfalt der unzähligen Ethnien auszeichnet. Dank der Feiertage am 1. und 2. Mai (die Vietnamesen haben am 30. April 1975 den Krieg gegen die Amerikaner gewonnen, dieser Umstand und die Wiedervereinigung wird 2 Tage lang gefeiert), konnte ich die Bergluft ganze vier Tage genießen. Wir waren insgesamt zu fünft unterwegs. Da ein Teil allerdings Samstag noch arbeiten musste, machten wird uns zu zweit schon am Freitag auf den Weg. Die Anreise erfolgt mit einem "Sleeper-Bus", ein ulkiges Gefährt, das wie der Fahrende Ritter mit Betten ausgestattet ist. Ernie Prang saß zwar nicht am Steuer, die Fahrweise war trotzdem überraschend ähnlich und so waren wir schon um kurz vor 5 Uhr morgens am Ziel.

Der erste Eindruck beschränkte sich auf einen Radius von 3 Metern, so dicht war der Nebel. Und es war unfassbar kalt. Jetzt machte plötzlich auch das Konzept der Frühstücks-Pho Sinn. Aufgewärmt ging es dann zum Roller-Verleih. Nach einer übermäßig detaillierten Einweisung bretterten wir anschließend den Rest des Tages über Bergstraßen. Jedenfalls hatte ich das Gefühl wir wären schnell unterwegs, tatsächlich gab es niemanden der uns nicht überholte. Nachdem sich der Nebel etwas gelichtet hatte, war der Ausblick eine Pracht. Grüne Hügel, kleine Dörfer, Wasserfälle und Babyschweine. Zu den richtigen Reisterrassen wanderten wir dann am nächsten Tag, als auch der Rest der Crew eingetroffen war. Zusammen mit unserem liebenswürdigen Guide Su Linh, die zur Gruppe der Black Hmong gehört, wanderten wir durch sonnendurchflutete Täler, matschige Hügel hinab und die Reisterrassen hinauf. Der Reis wird in Sa Pa lediglich einmal im Jahr geerntet und dient hauptsächlich der Ernährung der dort lebenden Menschen. Zurzeit werden die kleinen Terrassen bestellt oder sind gerade frisch bepflanzt. In einigen konnte man bereits leuchtend grüne Halme erkennen.

Das Wetter war sehr gnädig, von der morgendlichen Kälte war spätestens um 9 Uhr nichts mehr zu spüren. Die Mittagshitze machte das Wandern zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Nachmittags und besonders abends waren die Temperaturen dann angenehm kühl.

Der Kontrast zu Hanoi hätte größer nicht sein können. Wir freuten uns über die frische Luft und die Bewegung. Die zwei restlichen Nächte schliefen wir in Homestays, wo wir mit schmackhaftem, selbst gekochten Essen verwöhnt wurden. Auch der Reiswein wurde von Glas zu Glas trinkbarer.

















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