Die vietnamesische Küche ist wunderbar. Gegessen wird meist
draußen. Entweder direkt vor dem eigenen Geschäft mithilfe eines kleinen
Mini-Kochers oder in einem der vielen Straßenlokale mit ihren Miniatur-Schemeln,
auf denen sich mein europäischer Hintern immer schwer tut. Die Lokale sind in
der Regel auf ein oder maximal zwei Gerichte spezialisiert, daher muss man sich
schon vorher überlegen, welchen Laden man aufsucht. Ohne Sprachkenntnisse macht
die geringe Auswahl die Bestellung allerdings deutlich leichter. Anders als in
der Thai-Küche oder in Kambodscha, ist alles mehr auf „Do-it-yourself“-Basis.
Die verschiedenen Gerichte werden häufig in ihren einzelnen Bestandteilen
serviert, sodass man sich nach Belieben die Zutaten zusammenmischen kann.
Essentiell sind Reisnudeln, frische Kräuter – häufig Koriander, Minze und
Salat- und ein Sud. Hier ein kleiner erster Überblick.
1. Bun Cha
Bun Cha ist eines meiner Lieblingsgerichte und eine
Spezialität in Hanoi. Es handelt sich um kleine, über dem Feuer gegrillte
Schweinefleisch-Frikadellen, die meist mit Schnittlauch und einer Soße direkt
gewürzt werden, bevor sie in einer Fischsoßen-Brühe serviert werden. Dazu gibt
es Minze, Koriander und Salat sowie Reisnudeln. Die einzelnen Bestandteile
werden dann nach und nach in die Brühe gegeben und gegessen. Häufig isst man
eine Frühlingsrolle dazu. Das frittierte Reispapier ist ebenfalls mit
Schweinefleisch gefüllt, häufig auch mit Shrimp und weiterem Gemüse. Das bisher beste Bun Cha habe ich in einem kleinen
Streetfood-Laden nur 200m von der Arbeit entfernt gegessen.
2. Nem Lui
Nem Lui sind Hack-Spieße, die ebenfalls direkt über dem
Feuer gegrillt werden. Die Spieße werden dann mit einer Schere vom Holzstab
geschnitten und zusammen mit Kräutern, Salat, Kochbanane und Gurke in ein
Reispapier gewickelt. Die Rolle wird anschließend in verschiedene Soßen gedippt
und direkt mit der Hand gegessen. Es gibt zwei typische Soßen: Zum einen die
Chilli-Soße, die aus Fischsoße, Zitronensaft, frischen Chillis und Knoblauch
besteht und zum anderen eine Art fermentierte Soja-Soße.
3. Banh Xeo
Banh Xeo ist ein Reismehl-Pfannkuchen, der frittiert wird.
Der Pfannkuchen ist gefüllt mit Schweinefleisch, Shrimp und Gemüse und wird
meist im Ganzen serviert. Wiederum kommt eine Schere zum Einsatz, um den
Pfannkuchen in kleine Stücke zu teilen und anschließend mit weiterem Gemüse und
Kräutern in ein Reispapier zu wickeln. Den Wrap dippt man wiederum in die oben
genannten Soßen. Banh Xeo und Nem Lui gibt es oft in einem Lokal.

4. Pho
Pho ist neben den Sommerrollen der Exportschlager der
vietnamesischen Küche. Die geschmacksintensive Rinderbrühe wird mit dickeren
Reisnudeln und Rindfleisch (traditionell) serviert. Dazu gibt es wieder frische
Kräuter. Die nordvietnamesische Pho ist weniger würzig als die
südvietnamesische Variante, die auch bei uns bekannt ist. Pho ist hier in Hanoi
DAS Frühstück und sobald man morgens das Haus verlässt, ist man umhüllt vom
Suppen-Dunst.
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