Ist man in Vietnams Norden darf man sich das Touri-Highlight, von dem allerdings die Einheimischen gleichermaßen begeistert sind, nicht entgehen lassen: Die Halong-Bucht. Die Bucht entstand vor ca. 700.000 Jahren als der Drache, der damals im Meer vor Vietnam wohnte, beschloss die Küste genauer unter die Lupe zu nehmen und sich dem Land näherte. Mit seinem stacheligen Schwanz spaltete er die Felsen vor der Küste und tadaa: die Halong-Bucht. So oder so ähnlich lautet jedenfalls die Legende. Durch den mächtigen Drachen sind auf einer Fläche von 1500m² insgesamt 1969 Kalksteinfelsen und -inseln entstanden, die teils einige hundert Meter aus dem Meer ragen. Da die Gegend zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, bemüht sich die vietnamesische Regierung um deren Schutz. Anscheinend mit Erfolg, denn glaubt man den Berichten meiner Kolleginnen ist es heute viel sauberer als noch vor ein paar Jahren.
Mit dem Boot schippert man dann gemächlich durch die Szenerie und genießt den Ausblick. So der Idealfall. In Realität liefern die Touranbieter ein straffes Programm. Essen, kayaken, schwimmen, Sonnenuntergang bewundern, duschen, essen, Strategiespiel lösen, schlafen, Tai Chi machen, frühstücken, Höhle besichtigen, duschen, Frühlingsrollen rollen, essbare Blumen schnitzen, Mittag essen. Da vergehen 24 Stunden wie im Flug und das Buch im Gepäck erweist sich als überflüssige Last. Was mehr nach einer chinesischen Reisegruppe in Angkor Wat (oder vergleichbaren Sehenswürdigkeiten) klingt (nein wir hatten keine einheitliche Kleidung..), war aber insgesamt ein wunderbarer Trip mit frischen Seafood, toller Landschaft, frischer Luft und Sonne. Nicht zu vergessen: in netter Gesellschaft!
