Nach einer wettertechnisch wirklich grauenvollen Woche, begrüßten mich am Samstagmorgen warme Sonnenstrahlen. Nein, das ist gelogen. Aber geregnet hat es nicht und auch die Wolken hingen nicht so tief über der Stadt wie die letzten Tage. In meinem Büro, im 18. Stock, konnte ich die letzte Woche wirklich "50 Shades of Grey" begutachten. Mold-March ist nicht umsonst der Begriff für diese Jahreszeit. Die Feuchtigkeit kriecht in jeden Winkel, jede Ritze. Die Klimaanlage wird nicht zu Kühlungszwecken, sondern zum Trocknen eingesetzt: Damit das Raumklima in einem gesunden Zustand bleibt. Nett jedenfalls, dass mir der Regen bei dem Sightseeing am Wochenende erspart geblieben ist. Als erstes machte ich mich auf zum Literatur-Tempel, der weniger ein Tempel und mehr konfuzianische Lehranstalt oder Akademie gewesen ist. In diesen Tagen dient die Anlage den diesjährigen Absolventen als Ort der Abschlussfeierlichkeiten. Auch die Altstadt mit ihren kleinen Gassen ist einen Besuch wert. Es gibt viel zu entdecken. Wunderschön sind die kleinen Holz-Vogelkäfige, die entweder vereinzelt an Bäumen oder an einer Reihe vor den Häusern hängen. Darin sitzen winzige Vögel und zwitschern vor sich hin. Mir würden auch Origami-Vögel genügen. Spannend sind auch die Friseur-Läden, deren Ausmaß lediglich ausreicht, um einen Stuhl und einen Spiegel unterzubringen. Der Friseurmeister schneidet dann in eher gebückter Haltung die Haare- inwieweit das dem Haarschnitt letztendlich zuträglich ist, das kann ich noch nicht beurteilen.
Der Hoan-Kiem See, mit dem Schildkrötenturm in der Mitte, bildet die Grenze zwischen dem Gewusel der Altstadt und dem französischen Viertel im Kolonial-Stil. Hier werden die Straßen wieder breiter, die Häuser größer und die Geschäfte teurer. Schon Kinder fahren hier die großen Kutschen und bereiten sich praktisch wie mental auf den vietnamesischen Straßenverkehr vor. In dieser Gegend finden sich mehrere Regierungsgebäude und internationale Organisationen.
Der Hoan-Kiem See, mit dem Schildkrötenturm in der Mitte, bildet die Grenze zwischen dem Gewusel der Altstadt und dem französischen Viertel im Kolonial-Stil. Hier werden die Straßen wieder breiter, die Häuser größer und die Geschäfte teurer. Schon Kinder fahren hier die großen Kutschen und bereiten sich praktisch wie mental auf den vietnamesischen Straßenverkehr vor. In dieser Gegend finden sich mehrere Regierungsgebäude und internationale Organisationen.
Es ist die Mischung als altem und neuem, aus Tradition und Moderne, aus staubig und grün, und noch so manch anderer scheinbarer Gegensatz, der diese Stadt so sympathisch macht.

